Fototipp Nummer 16: "Was bedeutet der ISO-Wert"

Vorweg gesagt, in diesem Tipp geht es vor allem einmal darum, den Begriff „ISO-Wert“ zu verstehen. Wie die Einstellung des ISO-Wertes beim Fotografieren vorgenommen werden soll, darum geht es in einem der kommenden Tipps für das Fotografieren ohne Vollautomatik. Einer der wichtigsten Parameter beim Fotografieren ohne Vollautomatik ist nämlich der ISO-Wert.

 

Beim Anwenden der Vollautomatik brauchen Sie sich um die Einstellung des ISO-Wertes nicht zu kümmern, das macht die Kamera automatisch,

 

Wenn Sie aber mit den sogenannten Halbautomatiken oder manuell fotografieren möchten, dann ist die Einstellung des richtigen ISO-Wertes äußerst wichtig. Ein Spezialfall ist die sogenannte ISO-Automatik. Aber das lassen wir jetzt einmal aus, darüber gibt es später einen eigenen Tipp.

 

Blicken wir zurück in die seinerzeitige analoge Welt. Da hatte der Film, den wir verwendeten auch einen ISO-Wert. Früher gab es dazu die Bezeichnungen ASA oder DIN. Der amerikanische ASA-Wert entspricht dem heute gängigen ISO-Wert. DIN war eine deutsche Norm, die man aber heute kaum noch in der digitalen Welt findet. Nur zur Vervollständigung: Wenn man damals einen 21 DIN Film gekauft hat, dann hatte dieser Film 100 ASA bzw. 100 ISO..

 

Was bedeutet das nun?

 

Mit einem Satz ausgedrückt:

 

Der ISO-Wert ist die Bezeichnung für die Lichtempfindlichkeit des Sensors.

 

Was man sich beim damaligen Film noch einfach vorstellen kann ist bei einem Sensor in einer digitalen Kamera schon ein wenig komplizierter.

 

Wenn man früher einen 21 DIN/100 ASA-Film eingelegt hat, dann musste man den ganzen Film mit diesem ISO-Wert fotografieren.

 

Wenn man also mehr ISO gebraucht hat dann legte man z.B. einen 27 DIN-Film ein, der einen ISO-Wert von 400 hatte.

 

Weshalb hat man einen Film mit höherer DIN/ISO-Zahl eingelegt?

 

Weil man damit auch bei schlechteren Lichtverhältnissen fotografieren konnte oder bei Sportaufnahmen eine höhere Belichtungszeit erreichte (zum Thema Belichtungszeit kommen wir noch später bei einem anderen Tipp).

 

Kein Vorteil ohne Nachteil: der Film mit der höheren DIN/ISO-Zahl war „grobkörniger“, was klarerweise nicht gut für die scharfe Darstellung ist.

 

Also galt schon damals das was auch heute noch gilt:

Der ISO-Wert sollte für brillante und scharfe Fotos so klein wie nur möglich sein.

 

Bei den heutigen digitalen Kameras muss ich nicht wie früher beim Film eine ganze Serie mit einem gleichen ISO-Wert fotografieren, sondern kann bei jedem Foto eine optimale ISO-Zahl einstellen, wenn ich das möchte. In der Regel werde ich aber bei gleichbleibenden Lichtverhältnissen nicht bei jedem Bild eine eigene ISO-Einstellung treffen, aber es wäre möglich.

 

Schauen Sie einmal im Menü in Ihrer Kamera nach wie Sie die ISO-Einstellungen verändern können. Bei einfachen Kompaktkameras wird das wahrscheinlich gar nicht gehen. Aber bei allen Kameras, bei denen Sie einen Einstell-Drehregler mit PSAM-Einteilung haben, bei diesen Kameras geht das.

 

Die Vollautomatik Ihrer Kamera wird immer versuchen den ISO-Wert so gering wie möglich zu halten. Also bei 100 bis 200 ISO.

 

Ist weniger Licht dann schaltet die Kamera hinauf auf 400 oder 800 oder noch höher.

 

Jetzt könnte man sagen: „Na da nehme ich halt immer einen hohen ISO-Wert und alles ist gut!“

 

Dem ist leider nicht so, denn wie auch seinerzeit beim Film nimmt mit der höheren ISO-Zahl auch die Bildqualität ab. Heute sagt man nicht mehr „grobkörnig“ dazu sondern man bezeichnet das das „Bildrauschen“.

 

Wobei die heutigen modernen Kameras ISO-Zahlen erreichen, die in der analogen Welt mit Film unvorstellbar waren. Ich habe mit meiner neuen NIKON Z 50 schon mit unfassbaren ISO 6400 fotografiert und immer noch eine akzeptable Qualität erreicht.

 

Wenn man ohne Vollautomatik fotografiert, dann gibt es aber auch verschiedene andere Möglichkeiten um die ISO-Zahl niedrig zu halten. Man verändert dazu ganz einfach die Belichtungszeit oder die Blende. Wie das geht beschreibe ich in einem der kommenden Tipps. Das Verändern von Zeit und Blende geht aber nur bis zu einem bestimmten Grad. Oft geht es nicht anders als die ISO-Zahl zu erhöhen und deshalb ist es wichtig zu wissen was es damit auf sich hat.

 

Die Qualität der verwendeten Kamera – genauer gesagt die Qualität des eingebauten Sensors – spielt beim Thema "ISO-Wert" eine entscheidende Rolle.

Bei den Bridgekameras merkt man meist schon ab ISO 400 wie das Bildrauschen zunimmt. Bei Vollformat Profikameras kann man noch wesentlich höhere ISO-Werte einstellen und es hält sich das Bildrauschen immer noch in Grenzen.

 

Der ISO-Wert wird auch als „Empfindlichkeit“ bezeichnet und somit wären wir wieder in der analogen Welt, wo dieser Begriff ja auch bei den Filmen verwendet wurde.

 

Diesbezüglich hat sich in der Fotografie praktisch nichts geändert.

 

Es war auch früher schon das Verhältnis von Blende,  Belichtungszeit und ISO der Schlüssel zu perfekten Fotos.

 

Nur dass halt heute nicht mehr mit Filmen hantiert werden muss.

 

Dieser Tipp war heute nur einmal gedacht für die Erklärung des Begriffes „ISO-WERT“. Was das für das Fotografieren ohne Vollautomatik bedeutet kommt in einem der nächsten Tipps. Da wird dann auch noch klarer wie wichtig die Kenntnisse rund den ISO-Wert sindf.

 

Wenn sie Fragen zum heutigen Fototipp haben, schreiben sie mir eine E-mail!

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Alle Angaben bei den Tipps sind trotz sorgfältiger Recherche ohne Gewähr und Haftung. Hinweise auf Korrekturen und Ergänzungen sind erwünscht. Alle Formulierungen gelten für beide Geschlechter.

 

Foto von Foto Weinwurm